Meine kleine Pferdekunde

Liebe Pferdefreunde,

Fünf Jahre ist es nun her, als ich meinen ersten Pferde-Blog einrichtete. Und nun ist es endlich an der Zeit, eine eigene Website zu meinem Lieblingsthema aufzusetzen. Hiermit getan! Danke an dieser Stelle an Dr. Franzesius für die Beratung und Stallvermittlungen in den letzten Jahren, an meine Freunde vom Pferdesportverein Gevelsberg und meine Familie!



30.9.2017

Pferdekaufrecht

Wer Sorge hat, bei einem Händler oder Züchter, mit dem andere Reiter bereits gute Erfahrungen gemacht haben,ein Pferd zu kaufen,der lasse sich die gewünschten Eigenschaften vertraglich zusichern. Denn nach den allgemein gültigen Gesetzen zum Pferdekauf ist der Pferdekäufer relativ gut abgesichert. Nach dem Pferdekaufrecht handelt es sich bei dem Verkauf eines ausgebildeten Reitpferdes um den Verkauf einer gebrauchten Sache, und die muss frei von so genannten Sachmängeln sein.

Wenn also vertraglich zugesichert wird, das Pferd sei "gesund" oder beispielsweise bis zu einer bestimmten Dressurklasse ausgebildet, dann müssen diese Eigenschaften auch erfüllt sein. Sind die Vereinbarungen nicht erfüllt, so hat man als Käufer das Recht zur Wandlung. Also das Recht, den Kaufvertrag rückgängig zu machen. Dabei sollte man natürlich kein Pferd einfach spontan kaufen und hoffen, es bei Nichtgefallen zuruckgeben zu können: Denn ein Pferd ist ein Lebewesen das man vielleicht schon sehr lieb gewonnen hat bis man feststellt, dass es den Erwartungen nicht genügt. Deshalb sollte man lieber langer suchen und ein Pferd ganz in Ruhe mehrmals ausprobieren, statt auf ein Recht zur Wandlung zu hoffen. Außerdem ist auch die Rechtsprechung keine Garantie für eine erfolgreiche Wandlung eines Kaufvertrags, also für die Möglichkeit zur Rückgabe eines Pferdes. lm Zweifel kann man nämlich lange vor Gericht streiten, ob und wann eine Eigenschaft erfüllt ist.

Und überhaupt: Was ist ein Mangel bei einem Pferd? Das ist sicherlich manchmal recht schwierig festzustellen! Die genannten Regelungen gelten jedoch nur beim Kauf bei einem gewerblichen Händler. Kauft man ein Pferd von einer Privatperson, so kann der Verkäufer die Verjährung verkürzen oder sogar ganz ausschließen. Sollte es zu einem Streitfall kommen, muss man deshalb häufig auch vor Gericht darüber streiten, ob der Händler wirklich ein Händler ist und bis solche Fragen geklärt sind, gehen eventuell viele Monate ins Land. Deshalb sei hier nochmals darauf hingewiesen, dass man beim Pferdekauf wirklich sorgfältig prüfen muss, was man sich für ein Pferd kauft.

Auf keinen Fall darf es dazu kommen, dass einen die große Auswahl bei einem Händler spontan dazu verleitet, irgendein Pferd zu kaufen, weil man ja schon so oft umsonst unterwegs war und nun endlich eines erwerben möchte oder eines, das einem gerade ausgesprochen gut gefällt, aber dem man reiterlich nicht gewachsen ist. Ein falscher Kauf, eine Fehlentscheidung wird meist teuer und ist sehr frustrierend. War man beispielsweise eigentlich auf der Suche nach einem schicken Dressurpony und kommt dann mit einem gemütlichen, dicken Gelandepony zuhause an, wird man sicherlich schnell keine Lust mehr haben, dieses arme Pferd zu reiten. Von Mitleidskäufen ist übrigens noch dringender abzuraten. Sie verursachen nur hohe Tierarztkosten, und solche Pferde werden in der Regel nie richtig reitbar - ja sicher, es gibt Ausnahmen und Fälle,in denen aus dem halb verhungerten Fohlen noch ein stolzes Tumierpferd wurde, aber viel häufiger lassen sich Mängel in der Aufzucht oder vorangegangene Verletzungen nie wieder auskurieren, und der Mitleidskauf endet als Dauerpflegefall.

Wenn einem ein Pferd wirklich gefällt, sollte man nach den Papieren fragen. Das sind zum einen der Abstammungsnachweis und zum anderen der Equidenpass. Einen Abstammungsnachweis hat nur ein Pferd, dessen Herkunft von einem Zuchtverband anerkannt ist, einen Pferde- oder Equidenpass muss aber jedes Pferd in Europa besitzen - ganz egal, ob es sich um einen edlen Araber mit edler Abstammung handelt oder ein Pony, dessen Vater sich einfach über den Weidezaun davongemacht hat.



29.9.2017

Die richtige Pflege


Zum Reiten gehört natürlich auch die Pferdepflege, denn schon jeder Reitschüler muss sein Pferd putzen können. Bevor man ein Pferd säubern kann, muss man es natürlich anbinden. Bevor man ein Pferd aus einer Box holt, spricht man es an. Falls es mit dem Hinterteil in Richtung Tür stehen sollte, lockt man es, damit es sich umdreht und sich nicht erschrickt. Dann stellt man sich links neben den Pferdekopf, legt erst den Führstrick, der an dem Halfter befestigt ist, über den Pferdehals, greift mit dem rechten Arm um den Pferdekopf und hält ihn vorsichtig fest. Nun kann man den oberen Teil des Halfters über den Pferdekopf ziehen und das Halfter mit dem Karabinerhaken am Kehlriemen schließen.


Jetzt wird das Pferd mit einem Sicherheitsknoten an einem sicheren Platz angebunden, das heißt, es muss so festgebunden werden, dass man es im Notfall - das Fluchttier Pferd erschrickt manchmal recht schnell - augenblicklich wieder befreien kann. Ein sicherer Putzplatz verfügt über einen rutschfesten und ebenen Untergrund und weist keine scharfen Kanten oder herumstehen- des Material auf. An so einem Platz kann man ein Pferd in Ruhe gründlich putzen, ohne befürchten zu müssen, dass es irgendwo dagegen stößt oder hängen bleibt und sich erschrickt oder sogar verletzt.

Das Putzen dient nicht nur der Fellpflege, sondern auch der Kontaktaufnahme zum Pferd. Zusätzlich kontrolliert man das Pferd beim Putzen immer auf kleinere Verletzungen oder Schrammen. Zum Säubern eines Pferdes benötigt man einen Striegel aus Kunststoff oder Gummi, einen Noppen- oder Massagestriegel, eine Wurzelbürste, eine Kardätsche, eine Mähnenbürste oder Mähnenkamm, mehrere Schwämme sowie einen Hufkratzer mit Bürste.

Als Erstes wird das Pferd vom groben Dreck befreit. Mit dem harten Striegel putzt man natürlich nur die weichen Stellen des Pferdes: den Hals, den Bauch und die Kruppe. Stellen, an denen die Knochen direkt unter der Haut zu fühlen sind, also am Kopf, an den Beinen und an der Wirbelsäule, werden vorsichtig mit einer Wurzelbürste gereinigt. Mit der weichen Kardätsche säubert man den Kopf und bürstet noch einmal mit langen Strichen über das gesamte Fell.

Dabei nimmt man den Staub aus dem Pferdehaar und sorgt dafür, dass das Pferd nach dem Putzen richtig glänzt. Mit den zwei Schwämmen säubert man die Nüstern beziehungsweise den Genitalbereich.

Nun fehlen noch Mähne und Schweif: Die Mähne kann man, je nach Länge, kämmen oder bürsten. Der Schweif wird mit der Hand gepflegt; dazu nimmt man die Haare und entwirrt sie mit den Fingern. Würde man den Schweif bürsten, so würde man viel zu viele Haare ausreißen. Ist ein Pferd besonders verschmutzt, oder soll es zum Beispiel für ein Turnier hübsch gemacht werden, kann der Schweif auch gewaschen werden. Den Schweif zu reinigen ist ganz einfach: Man macht ihn gründlich nass, shampooniert ihn mit einem Pferdeshampoo und wäscht ihn anschließend gründlich aus.Wenn man den nassen Schweif dann noch flechtet, ist er am nächsten Tag schön wellig.

Ebenfalls zum Reiten und Putzen gehört das Auskratzen der Hufe. Sie müssen mindestens einmal täglich kontrolliert werden. Dabei prüft man, ob sich Steine oder Holzstückchen im Pferdehuf festgesetzt haben. Auch die Hufeisen werden bei dieser Gelegenheit kontrolliert, und man schaut, ob sich etwa ein Nagel gelockert hat. Da die Hufe von Pferden ständig nachwachsen und sich meist noch dazu durch die Belastung beim Reiten ungleichmäßig ablaufen, müssen sie regelmäßig vom Hufschmied kontrolliert und abgeraspelt werden.

Zum Auskratzen der Hufe tritt man seitlich an das Pferd heran, stellt sich mit dem Blick nach hinten auf, beugt sich hinunter und umfasst mit der inneren Hand das Bein des Pferdes möglichst weit unten. Dazu sagt man laut und deutlich "Fuß" oder "Huf".

Sollte das Pferd den Huf nicht gleich anheben, so kann man ruhig ein wenig an dem Bein ziehen oder mit der Hand dagegen klopfen. Sobald das Pferd den Huf angehoben hat, hält man den Pferdefuß an der Fessel fest und reinigt mit einem Hufkratzer vorsichtig den Huf.


die nächsten Termine

12.11.2017

Schürmann Trainingstable, 53909 Zülpich

weitere Infos: www.schuermann-trainingstable.de/kurse-termine/ranch-trail-training-20171015/


18.11.2017

Reiterhof Otremba

Trail für Anfänger, Einsteiger, Umsteiger, Jungpferde


22.11.2017 - 24.11.2017

Circle L Ranch, Wenden

Spezial- Aufbaukurs Westernreiten
Verfeinerung der Ausbildung an der korrekten Hilfengebung und Durchlässigkeit. Mit und ohne eigenes Pferd. Kursleiter: Volker Laves Beginn: Sa. 28.10. um 9:30 Uhr Kursgebühr: 199,-€ Schulpferd pro Tag: 25,- €