Bahnregeln und Bahnfiguren

Ganz egal, ob man im Reitunterricht in einer Abteilung reitet oder ob jeder für sich allein seinen Weg suchen muss: um nicht ständig zusammenzustoßen, muss man die Bahnregeln kennen. Die Bahnregeln ordnen ganz allgemein gültig, wer wann "Vorfahrt" hat: Wer links herum reitet, also wessen Bein links in Richtung Bahnmitte weist, hat Vorfahrt. Wer dagegen rechts herum reitet, und somit das rechte Bein in Richtung Bahnmitte hat, muss ausweichen. Wer in der Reitbahn außen auf dem so genannten Hufschlag entlang der Außenbegrenzung reitet, hat Vorfahrt. Wer jedoch innen reitet, also eine Bahnfigur wie beispielsweise einen Zirkel reitet, muss ausweichen. Zusätzlich besteht die Regel, dass derjenige, der sich im Trab oder Galopp befindet,Vorfahrt hat, und der andere, der Schritt reitet, ausweichen muss. Und allgemein gilt auch: Wer schneller ist und überholen möchte, der geht natürlich innen vorbei.

ln der Regel reitet man auf dem Hufschlag rechts oder links herum. Der Hufschlag ist ganz einfach der Weg, der ziemlich nahe an der Außenbegrenzung entlang immer in die Runde führt. Wer einem anderen Reiter ausweichen muss, der geht auf den zweiten Hufschlag, also einfach auf eine lnnenbahn, so dass der Reiter außen bequem vorbeireiten kann.

Dabei ist sehr wichtig, auf welcher Hand man reitet:Wenn man rechts herum reitet, dann ist man auf der rechten Hand, wenn man links herum reitet, ist man auf der linken Hand.Sind mehrere Reiter in der Bahn, so ist es einfacher, wenn alle gemeinsam auf einer Hand reiten, das heißt alle reiten entweder rechts oder alle links herum. Damit nicht alle einen Drehwurm bekommen,verändert man regelmäßig die Richtung: Sobald also das Kommando "Hand wechseln" ertönt, reitet jeder eine Hufschlagfigur, die dazu geeignet ist, die Hand zu wechseln.

Das können folgende Übungen sein:
"durch die Länge der Bahn wechseln", "durch die halbe Bahn wechseln", "durch die ganze Bahn wechsein", "durch den Zirkel wechseln", "aus dem Zirkel wechseln" oder "aus der nächsten Ecke kehrt".

In vielen Reitstunden wird hintereinander geritten, damit es nicht so schnell zu einem Durcheinander kommt. Dazu wird ein Anfangsreiter bestimmt, dem alle anderen mit jeweils einer Pferdelänge Abstand folgen.

ln jeder Reitstunde werden ganz gezielt verschiedene Dinge geübt: Wer gerade erst mit dem Reiten angefangen hat, der übt vielleicht eine halbe Runde zu traben und dabei schon mal auszusitzen.Andere können schon versuchen, an der richtigen Stelle anzugaloppieren - und das ist gar nicht so einfach! Der Reitlehrer korrigiert dann die Fehler, die man jeweils gemacht hat, und erklärt wie man die Übungen richtig reitet. Die einzelnen Reiterhilfen und ihr Zusammenspiel sind für den Anfänger manchmal etwas verwirrend, deshalb sollte man immer gleich nachfragen, wenn man etwas nicht genau versteht!