Barockreiten

Das Barockreiten ist die Reitweise der klassischen Dressur. Hierfür sind Andalusier, Lipizzaner, aber auch Lusitanos und Friesen besonders gut geeignet.Aus Spanien kennt man die bunt geschmückten Pferde der Ferias, bei denen Männer und Frauen manchmal gemeinsam auf einem Pferd sitzen.

Die Klassisch-Barocke Reitweise folgt der Tradition der alten Rittmeister wie zum Beispiel R. F. de la Guerinière, der übrigens auch als Gründer der heutigen FN-Reitlehre (Fédération Equestre Nationale) angesehen wird. Die FN-Reitlehre - und damit das so genannte Englischreiten - sind nämlich gar nicht so weit von der Barocken Reitweise entfernt. Sie ist eher eine Art Weiterentwicklung unter anderen Gesichtspunkten und mit anderen Schwerpunkten. So bemühen sich die Barockreiter vor allem um Lektionen der Hohen Schule, die auch beim Englischreiten als Perfektion des Reitens angesehen wird.

Die Grundlage der Barockreiterei ist die Arbeit an der Hand und vom Boden, ganz so wie es auch die alten Rittmeister lehrten. Die Hohe Schule über der Erde, die Schulsprünge, bei denen das Pferd steigt und an der Hand hohe Luftsprünge macht, ist die Krönung dieser Arbeit.

Hier unterscheidet sich die Barocke Reitweise deutlich von den Englischreitern, die ihre Pferde nur unter den Reitern vorstellen und die Arbeit vom Boden, abgesehen vom Longieren, in der Regel nicht trainieren. Die Pferderassen, die besonders gut für die Barockreiterei in höchster Versamm|ung geeignet sind, sind alle mehr oder weniger von den spanischen Andalusiern geprägt: Lippizanern, Kladrubern. Frederiksborgern und Friesen sieht man den Einfluss der Spanier meist deutlich an. lm Mittelalter waren Andalusier, korrekt bezeichnet heißen sie übrigens Pura Raza Española, an den europäischen Fürstenhöfen sehr begehrt. Denn problemlos trugen die kompakten und kräftigen Spanier einen Mann mit schwerer Kriegsrüstung. Ihr attraktives Äußeres machte sie zudem zu beliebten Show- und Parade-Pferden? eine Faszination,die bis heute von den Barockpferden ausgeht.