Distanzreiten

Wer richtig lange Strecken in kurzer Zeit zurücklegt, ist ein Distanzreiter. Geritten werden Strecken bis zu IOC Meilen, das sind etwa 160 Kilometer. Auch wenn die Distanzreiter in der Regel die vorgegebene Strecke möglichst schnell hinter sich bringen wollen, ist Tempo hierbei nicht alles: Unterwegs wird nämlich immer wieder der Puls des Pferdes kontrolliert, und auf längeren Strecken wird zudem auch der Zustand des Pferdes durch einen Tierarzt untersucht. Distanzreiter, das sind die Langstreckenspezialisten unter den Reitern, die an sich allen anderen Reitweisen entstammen und mit den unterschiedlichsten Pferden an den Start gehen. Am häufigsten sind aber sicher - zumindest auf den längeren Strecken -Vollblutaraber. Ihnen liegt die Ausdauer einfach im Blut, und mit ihrer flachen und weiten Galoppade haben sie es sicher auf langen Strecken etwas leichter als Pferde mit eher hochweiten Bewegungen.

Auch wenn meist der Schnellste gewinnt: Ein Distanzritt muss immer mit Verstand zurückgelegt werden, um das Pferd nicht zu überfordern. Denn auf der Strecke wird das Pferd immer wieder von Tierärzten kontrolliert. Und einen Distanzritt hat der Schnellste immer erst dann gewonnen, wenn er sein Pferd erfolgreich - also gesund, ohne zu lahmen und ohne Erschöpfungsprobleme - durch eine Nachuntersuchung gebracht hat.

Distanzritte gibt es seit 1969 in Deutschland. Der erste Distanzritt, der im niedersächsischen Ankum stattfand, war 50 Kilometer lang. 1973 gab es den ersten Ritt über 100 Kilometer und 1974 über 160 Kilometer, also 100 Meilen. Heute sind folgende Streckenlängen vorgegeben: Einführungswettbewerbe 25-39 Kilometer, kurze Distanzen 40-59 Kilometer, mittlere Distanzen 60-79 Kilometer und lange Distanzen 80-l60 Kilometer.

Für solch eine lange Strecke muss ein Pferd natürlich ganz besonders trainiert werden. Dazu gehört die abwechslungsreiche Arbeit im Gelände ebenso wie das Dressur- und Springreiten. Je besser ein Distanzpferd gymnastiziert und damit vorbereitet ist, desto leichter kann es die Strapazen der langen Strecken verkraften.

Für das Reiten auf den langen Strecken haben die Distanzreiter oft besonders leichte und manchmal auch flexible Sättel, da die Pferde mit ihnen sehr weit und sehr schnell laufen müssen. Ihre gesamte Ausrüstung ist daher auch auf die notwendige Bequemlichkeit ausgerichtet - nichts darf drücken oder scheuern. Der Sitz der Distanzreiter ist ebenfalls manchmal etwas ungewöhnlich: Auf einem Ritt traben sie nicht immer leicht,wie sonst im Gelände üblich, sondern gehen mit langen Bügelriemen in einen "Schwebesitz", der den Rücken ihrer Pferde entlastet.