Fragen vor dem Kauf

Wenn man ein Pferd kaufen möchte, dann gilt es zunächst, sich einen kompetenten Partner für die Pferdesuche auszuwählen. Niemand sollte sich ganz allein ein Pferd kaufen! Selbst als erfahrener Reiter tut man gut daran, sich noch eine zweite Meinung einzuholen, ob das ausgesuchte Pferd wirklich zu einem passt und tatsächlich das gewünschte Traumpferd ist oder in Zukunft werden kann. Am besten nimmt man zum Pferdekauf den eigenen Reitlehrer mit, der die persönlichen reiterlichen Fähigkeiten besonders gut einzuschätzen weiß. Auch für die Ziele, welche man in Zukunft erreichen kann, hat ein guter Reitlehrer meist einen realistischen Blick. Außerdem sollte er beurteilen können,wie sich das begutachtete Pferd entwickeln kann, falls es noch weiter ausgebildet werden soll. Natürlich muss das Pferd, das man kaufen möchte, unbedingt gesund sein. Deshalb gehört zum Pferdekauf auch immer - wirklich immer! - eine Ankaufsuntersuchung durch einen Tierarzt, den man kennt und dem man vertraut.

Aus rechtlichen Gründen sollten bei dieser Ankaufsuntersuchung möglichst der Pferdekäufer, der Verkäufer und ein oder mehrere möglichst unabhängige Zeugen anwesend sein. Das Untersuchungsergebnis wird außerdem protokolliert. Vor der Untersuchung wird bereits festgelegt, wie umfangreich diese sein soll, ob beispielsweise Röntgenbilder von allen Beinen gemacht werden müssen usw. Dabei sollte man am besten auf die Erfahrung des Tierarztes vertrauen, der die Untersuchung dann in Abhängigkeit vom erhofften Nutzen und der Vorgeschichte des Pferdes durchführen wird.

Zu einer Ankaufsuntersuchung gehören in der Regel folgende Punkte: der Ernährungszustand des Pferdes, sein Verhalten, die Augen und Ohren, seine Haut und das Haark|eid,das Abtasten der Lymphknoten im Bereich von Kopf und Hals, die Schleimhäute, der Verdauungsapparat (Zähne, Maul, Darmgeräusche, Kotbeschaffenheit), Herz und Kreislauf (also Rhythmus, Herztöne, Nebengeräusche, Halsvenen), die Atmung (z. B. Nasenausfluss oder Husten), das Nervensystem (Reflexe und Bewegungen), der Harn- und Geschlechtsapparat sowie die Muskeln und der Bewegungsapparat (in der Ruhe und in der Bewegung). Der Tierarzt kann natürlich mit dieser Ankaufsuntersuchung nur den gegenwärtigen Gesundheitszustand des Pferdes feststellen. Die letztendliche Kaufentscheidung muss man allerdings selber fällen Wenn man nun einen kompetenten Berater zum Pferdekauf hat, kann man zu einem Händler gehen, zu einem Rassezüchter oder in den Kleinanzeigen der Pferde-Fachzeitschriften suchen.

Sucht man in Zeitungsannoncen nach einem Pferd, so handelt es sich meistens um Privatpferdehalter, bei denen es in der Regel immer nur ein Pferd zum Anschauen gibt. Da man für diese Art des Pferdekaufes reichlich Geduld aufbringen sowie viele Anzeigen durchsuchen muss und zu vielen verschiedenen Menschen fährt, kostet dies schnell einiges an Zeit und Benzingeld. Nicht immer stimmen die Eigenschaften des angepriesenen Pferdes mit dem überein, was man sich zuvor erhofft oder der Anbieter angepriesen hatte. Dann war der weite Anfahrtsweg zu diesem Pferd umsonst. Es empfiehlt sich daher, sich an einem Wochenende eine Route mit mehreren interessanten Angeboten zusammenzustel len, bevor man sich auf den Weg macht.

Ein Pferdezüchter hingegen bietet mehr Auswahl. Und er weiß einiges über das Pferd, für das man sich interessiert. Er kennt sogar die Elterntiere und natürlich auch die Geschwister. Somit kann er abschätzen, welche Eigenschaften sich vielleicht vererbt haben und für was und wen sich das Pferd besonders gut eignet. Ein guter Züchter hat auch meist genau darauf geachtet, dass das Pferd gesund ist und artgerecht großgezogen wurde. Leider kann ein Züchter in den meisten Fällen nur ungerittene jungpferde anbieten. Ein Pferd vom Züchter muss man daher in der Regel selbst noch ausbilden lassen,aber dafür hat es dann hoffentlich auch keine Vorerkrankungen, die vielleicht durch falsche oder zu frühe Belastung entstanden sind. Hat man sich bereits für eine bestimmte Rasse entschieden, lohnt es sich meist zu einem Züchter zu gehen - voraus- gesetzt man kann noch Zeit und Geld in die Ausbildung des Pferdes investieren.

Ein Pferdehändler bietet einem sicher die größte Auswahl an unterschiedlichen Pferden. Der Händler kennt allerdings die einzelnen Pferde noch nicht so gut, er weiß nicht viel über ihren Charakter, ihre Vorlieben oder auch ihre früheren Krankheiten zu berichten. Man hat es also etwas schwerer, sich richtig über das Pferd zu informieren. Dafür kann man an einem einzigen Termin meist mehrere unterschiedliche Pferde anschauen und Probe reiten. Bei einem Händller ist die Auswahl sicherlich groß, aber man sollte immer darauf achten, dass der Händler seriös ist. Mund-zu-Mund-Propaganda ist da sicher keine schlechte Möglichkeit, um zu erfahren, welcher Händler einwandfrei berät: Wer bereits ein gesundes Pferd erstanden hat und dabei vorbildlich beraten wurde, kann vielleicht einen guten Händler empfehlen.