Pferdeausrüstung

Eigentlich heißt der Spruch ja "Ohne Huf kein Pferd!", aber ohne Sattel gibt es auch kein Reitpferd. Zu einem Reitpferd gehören ein passender Sattel und Zaumzeug sowie eigenes Putzzeug. Das gilt übrigens nicht nur für Privat-, sondern auch für Schulpferde. Zu jedem Reitpferd gehören Sattel und Trense. Ein Sattel muss ganz genau an ein Pferd angepasst sein: Sonst drückt er eventuell an der Schulter oder liegt auf dem Widerrist auf, was für ein Pferd äußerst schmerzhaft ist.

Wenn man also ein Schulpferd zum Reiten bekommt, sollte man immer darauf achten, ob es auch den passenden Sattel trägt, ansonsten kommt es unweigerlich zum Satteldruck. Das sind offene Stellen auf dem Pferderücken. So ist es auch unverantwortlich, ein Pferd mit einem offenen Satteldruck weiter zu reiten, da das Pferd beim Reiten dann Schmerzen hat. Einen bereits verheilten Satteldruck erkennt man übrigens daran, dass an dieser Stelle viele weiße Haare nachgewachsen sind. jedoch muss an dieser Stelle nicht immer eine offene Wunde gewesen sein, auch ein zu enger Sattel kann allein durch zu starken Druck weiße Haare verursachen.

Ein Sattel muss daher immer an ein Pferd angepasst sein und kann nicht einfach durch dicke Decken angeglichen werden. Aber woran erkennt man, ob ein Sattel tatsächlich passt? Man legt den Sattel ohne Satteldecke vorsichtig auf den Pferderücken und prüft, ob der Sattel gleichmäßig auf dem Rücken aufliegt. Er sollte nicht wackeln oder kippeln oder gar in der Mitte derAuflagefläche, dem Sattelpolster, hohl aufsitzen. Selbstverständlich darf der Sattel auf gar keinen Fall auf der Wirbelsäule des Pferdes aufliegen, denn dann verursacht er Rückenschmerzen und offene Wunden.

Ein ausgebildeter Sattlermeister oder ein Reitsportfachhandler kann die Sattellage am besten uberprufen und beim Kauf eines Sattels beraten Da sich viele Pferde im Lauf der Zeit körperlich verändern - Muskeln und Speck in der Sattellage konnen sich nach Bewegung und Futtermenge deutlich unterschiedlich entwickeln - sollte ein Sattel auch veranderbar und neu anpassbar sein. Ein guter Sattel muss übrigens nicht immer neu sein, man kann bei vielen Händlern auch gute gebrauchte Sattel erwerben. Eine passende Trense fur ein Pferd zu bekommen ist dagegen viel einfacher. Eine Trense kann man nämlich verstellen. Wenn sie im Großen und Ganzen fur das jeweilige Pferd geeignet ist, das Pony also eine Ponytrense tragt, der Vollbluter und der Haflinger eineVollbluttrense und der Warmbluter eine in der Große Warmblut, so kann man dann noch die Einzelteile individuell einstellen. Allerdings sollte man immer darauf achten, dass das Gebiss so wohl von der Lange als auch von der Dicke her auf das Pferd abgestimmt ist Ein zu schmales Gebiss klemmt beispielsweise die Maulwinkel ein, und ein zu dünnes Gebiss kann zu scharf sein: Je dünner so ein Gebiss ist, desto stärker wirktes auf das Pferdemaul ein. Das heißt nun aber nicht, dass ein möglichst dickes Gebiss immer das beste Gebiss für jedes Pferd ist! Gerade kleinere Pferde mit einem kleinen Maul und einer kurzen Maulspalte empfinden ein dickes Gebiss schnell als unangenehm.

Das passende Sattelzeug und die Trense müssen selbstverständlich regelmäßig gepflegt werden. Dazu wäscht man sie mit einem leicht feuchten Schwamm oder Tuch und spezieller Sattelseife ab. Eventuell kann man sie auch mit ein wenig Lederfett einreiben. Lederöl darf man dagegen nicht zu häufig anwenden, sonst quillt das Leder auf und wird weich und schwammig.