Pferdehaltung

Wer nun ein Pferd erstanden hat, muss wissen, wie es artgerecht leben kann und wie er es richtig versorgt. Dazu muss man wissen, wie viel Bewegung Pferde benötigen, aber auch, was sie fressen. Und natürlich gehört die Pferdepflege für jeden Pferdehalter oder Reitschüler von Anfang an dazu. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Pferde zu halten. Eine davon ist die geschlossene Box in einem Stall, die der Körpergröße des Pferdes angemessen sein muss. Als Faustregel für die Grundfläche gilt: (2 xWiderristhöhe) 2.Wenn ein Pferd in einer Box lebt, dann ist es sehr wichtig, dass es sich dennoch mit seinem Nachbarn beschnuppern kann und nicht völlig isoliert ist - schließlich sind Pferde Herdentiere! Außerdem muss jedes Pferd selbstverständlich mehrere Stunden am Tag aus der Box herausgelassen werden und die Möglichkeit zum Freilauf erhalten - am besten gemeinsam mit anderen Pferden. Denn für die ehemaligen Steppenbewohner ist es nicht natürlich, den ganzen Tag auf wenigen Quadratmetern zu stehen.

Die Möglichkeit zum Auslauf sollten Pferde auch wirklich jeden Tag und bei jedem Wetter bekommen: Kälte macht ihnen viel weniger aus als uns Menschen. Die geschlossenen Boxen gibt es auch mit einem Auslauf davor, das sind dann so genannte Paddock-Boxen. Diese Paddocks sind mit einer festen Umzäunung versehen und etwa ebenso groß wie die Boxen selber. Durch sie kommen die Pferde an die frische Luft, können umherschauen und sich mit anderen Pferden beschnuppern. Diese Paddocks sind allerdings zu klein, um sich richtig auszutoben, daher müssen auch Pferde, die in Paddock-Boxen leben, zusätzlich täglich genügend Auslauf haben.

Eine beliebte und artgerechte Alternative sind Offenställe, die den Pferden ausreichende Bewegungsmöglichkeiten und den nötigen Sozialkontakt bieten. ln einem Offenstall laufen meist vier bis sechs Pferde frei in einem Stallgebäude und einem befestigten Auslauf. Manchmal ist dieses Stallgebäude nur ein einfacher Unterstand, der an drei Seiten geschlossen ist. Der große Vorteil eines Offenstalls ist dabei, dass die Pferde jederzeit die freie Wahl haben, ob sie in den Stall gehen oder nicht, ob sie dösen oder rennen wollen. Damit ein Offenstall tatsächlich artgerecht ist, darf die Pferdegruppe nicht zu groß sein, sonst gibt es zu viele Rangeleien unter den Tieren. Ebenso muss der Platz im Stall für alle ausreichen und genügend Raum bieten, um dem Herdenchef einmal aus dem Weg gehen zu können.

Für uns Menschen ist ein Offenstall allerdings etwas arbeitsintensiver, weil man einen großen Auslauf säubern muss. Ein weiterer Nachteil ist die höhere Gefahr einer Verletzung bei Pferden, die zusammen wohnen. Denn eine im Spiel entstandene kleine Schramme in der Sattellage kann ein Reitpferd für ein paar Wochen außer Gefecht setzen, und die lange geplante Turnierteilnahme fällt so ins Wasser. Ganz wichtig bei der Pferdehaltung ist die artgerechte Fütterung: Da Pferde in der freien Natur etwa 6 Stunden am Tag mit der Nahrungssuche und -aufnahme beschäftigt sind, müssen sie auch in unserer Obhut regelmäßig gefüttert werden. Raufutter, also Gras, Heu oder Stroh, sollte ihnen möglichst den ganzen Tag zur Verfügung stehen oder zwei- bis dreimal täglich ausreichend gefüttert werden.

An frisches Wasser sollten die Pferde ebenfalls immer gelangen können, und Kraftfutter wie Hafer oder Gerste sollten Pferde möglichst dreibis viermal täglich zu festen Zeiten erhalten. Ein etwa 600 Kilogramm schweres Warmblutpferd, das täglich geritten wird, benötigt etwa drei bis sechs Kilogramm Kraftfutter, fünf Kilogramm Heu, ein Kilogramm Hafer- oderWeizenstroh und natürlich Mineralstoffe und Vitamine. Zusätzlich kann es noch etwa zwei Kilogramm Gras, Silage oder Möhren bekommen.Am Tag braucht so ein Warmblutpferd zwischen 40 und 70 LiterWasser. Diese Werte schwanken natürlich, beispielsweise trinken Pferde bei sehr heißem Wetter mehr.